| 
Mein Fachgebiet liegt im Lehmbau bei der Herstellung von Lehmputzen, sowie der plastischen Gestaltung des Materials. Dabei verwende ich in der Regel nur selbsthergestellten Lehmputz, d.h. der Putz wird vor Ort durch Mischen von Tonmehlen, Sand und Wasser hergestellt. Dieser Grundputz ist von der Farbe her Ocker, kann aber auch je nach Wunsch hellgrau oder andersfarbig sein. Dieser Lehmputz ist normalerweise 15 mm stark und somit in der Lage, das Raumklima positiv zu beeinflussen. Der fertige Lehmputz kann nun so belassen werden, oder auch mit entsprechenden Farben gestrichen werden. Es ist weiterhin möglich, einen Lehmfeinputz in der Stärke von 2 - 3 mm in verschiedenen Farbtönen aufzutragen.
Lehmputz in Verbindung mit Wandstrahlungsheizung

| 
|
| |
Allgemeine Informationen über Lehm:
Lehm ist eine Mischung aus Sand (Korngröße > 63 µm), Schluff (Korngröße > 2 µm) und Ton (Korngröße <2 µm). Er entsteht entweder durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder durch die unsortierte Ablagerung der genannten Bestandteile. Unterschieden werden je nach Entstehung Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lösslehm (Löss) und Auenlehm (aus Flussablagerungen). Lehm ist weit verbreitet und leicht verfügbar, er stellt einen der ältesten Baustoffe der Welt dar.
Zusammensetzung Eine Lehmgrube (Ziegellehm)
Die Mischungsverhältnisse von Sand, Schluff, und Ton können innerhalb definierter Grenzen schwanken, in kleinen Mengen kann noch gröberes Material (Kies und Steine) darin enthalten sein. Lehm mit nennenswertem Gehalt an Kalk, etwa in Folge wenig fortgeschrittener Verwitterung oder bei der Entstehung durch Ablagerung kalkigen Materials, wird als Mergel bezeichnet. Tonreiche Lehme werden als fett bezeichnet (nicht im Sinne von fetthaltig), tonarme als mager.
Eigenschaften
Lehm ist nicht so plastisch und wasserundurchlässig wie Ton, da die Korngröße der Bestandteile Sand und Schluff größer ist. In feuchtem Zustand ist Lehm formbar, in trockenem Zustand fest. Bei Wasserzugabe quillt Lehm, beim Trocknen schwindet oder schrumpft er, was im Lehmbau besonders zu beachten ist. Lehm als Baustoff speichert Wärme und wirkt regulierend auf die Luftfeuchtigkeit.
Bodenbildung auf Lehm
Aufgrund des hohen Anteils verwitterbarer Minerale, die zudem von einer guten Speicherfähigkeit für Nährstoffe und Wasser begleitet wird, entstehen aus Lehm im Allgemeinen fruchtbare Böden.
Lehm als Baumaterial Das Ausgangsmaterial für Backstein ist Lehm, der in einem Brennverfahren geformt und verfestigt wird.
Lehm ist das älteste im Bauwesen verwendete Bindemittel, neben Holz das älteste Baumaterial des Menschen und gehört mit Kalk - und seit Beginn des 20. Jahrhunderts Zement - zu den wichtigsten mineralischen Baustoffen.
Lehm wird oft ungebrannt verwendet: Lehmbautechniken sind seit mehr als 9000 Jahren bekannt, und noch heute lebt etwa ein Drittel der Erdbevölkerung in Lehmhäusern. Aus Lehm und Lehmziegeln wurden große Gebäude errichtet, so etwa die Große Moschee von Djenné in Mali oder das Zikkurat von Tschoga Zanbil im heutigen Iran.
In den meisten Gebäuden, die in kalkarmen Regionen Deutschlands vor 1950 errichtet wurden, findet sich Lehm etwa in Fachwerkhäusern zumindest in Innenwänden, als Lehmputz und teilweise in den Geschossdecken. In manchen Dörfern finden sich noch alte Lehmkuhlen, aus denen früher der Lehm abgebaut wurde. Anfang der 1980er Jahre wurde Lehm als umweltfreundlicher und gesunder Baustoff langsam wiederentdeckt. Da er nur physikalisch aushärtet (und nicht wie die meisten anderen Baustoffe chemisch abbindet), muss er in Mitteleuropa witterungsgeschützt eingesetzt werden.
Eine Ausnahme sind die Strohlehmwände in Mittelhessen. Darunter versteht man Verputze aus Lehm mit kurzgeschnittenem, überlappend eingebundem Stroh, die als Witterungsschutz auf den der Wetterseite zugewandten Fachwerkwänden an Wohnhäusern, Scheunen und Stallungen angebracht wurden.
Lehme, die sich zum Brennen eignen, sind im Allgemeinen sandige Tone, etwa Ziegellehm als Ausgangsmaterial für das Brennen von Ziegeln. Lehm kann für den Bau von Lehmöfen oder für das Verputzen von Wandheizungen verwendet werden, da Lehm wie die meisten schweren Baustoffe gute Wärmespeichereigenschaften besitzt und an heißen Bauteilen eingesetzt werden kann. Dies ermöglicht - auf Grund seiner lediglich physikalischen Aushärtung - beispielsweise Boden- und Wandheizungen mit hoher Vorlauftemperatur, bei denen die Heizrohre unter Arbeitstemperatur verputzt werden müssen.
Lehm als Biotop
Im Tierreich bauen beispielsweise die Lehmwespen ihre Nester vorwiegend mit oder im Lehm. Die lehmigen Ufer von Bächen oder Flüssen bevorzugen einige Vogelarten als Bauplatz für ihre Bruthöhlen, so etwa die Uferschwalbe. Zahlreiche Insekten, etwa manche Spinnenarten, bauen ihre Wohnhöhlen in Lehm, ebenso manche Schnecken.
Durch seine wasserstauenden Eigenschaften ist Lehm der Untergrund vieler Feuchtbiotope, wie sie etwa in zahlreichen Flussauen auftreten. Die Existenz etlicher Moore ist an das Vorkommen tonigen Lehms gebunden, so etwa im Hohen Venn.
Lehm als Baustoff
Zusammensetzung
Der zum Bauen verwendete Lehm ist eine Mischung aus Ton, Schluff (Feinstsand) und Sand, die feucht in Form gebracht und dann getrocknet wird.
Wenn der Lehm zu viel Sand enthält (er ist zu mager), wird er bröckelig; zu viel Ton (er ist zu fett) bewirkt, dass er Risse bekommt.
In vielen Gegenden wird dem Lehm Stroh zugesetzt; dies ist nicht unbedingt erforderlich, bewirkt aber eine geringere Dichte des entstehenden Materials und damit bessere Wärmedämmeigenschaften. Außerdem wirkt das Stroh als Armierung der Rissbildung entgegen.
Teilweise wird auch Kuhdung oder Pferdemist beigemischt. Der zweitere enthält - weil das Pferd kein Wiederkäuer ist, also die Cellulose nicht zersetzt wird - einen hohen Anteil an unverottbaren Faserstoffen. Außerdem gehen die organischen Anteile des Dungs mit den mineralischen Lehmbestandteilen komplexe Verbindungen ein, die die technischen Eigenschaften deutlich verbessern. Eine Zugabe von Kalk wirkt hierbei als Desinfektionsmittel, neutralisiert die Säuren zu Salzen - dies erhöht die Wasserspeicherkapazität - und schließt die Oberfläche der Zellulosen auf, sodass sie sich besser im Lehm verankern.
Heute kann man von einer Renaissance des Lehmbaus sprechen. Oft könnte der Lehm direkt an der Baustelle aus dem Boden gewonnen werden. In den meisten Dörfern finden sich noch alte Lehmkuhlen aus denen früher der Lehm abgebaut wurde. Firmen, die auf wirtschaftliches Arbeiten angewiesen sind, greifen auf heute erhältliche Fertigprodukte zurück. Der Lehm wird hier trocken und fein gemahlen in Säcken geliefert und kann mit einem Freifallmischer wie Zement verarbeitet werden.
Moderne Baulehme enthalten diverse andere Faserstoffe, Speicher- und Quellstoffe, die die Verformung durch die Materialfeuchtigkeit kontrollieren, sowie, als Thermolehm, wärmedämmende und -speichernde Materialien. Positive Eigenschaften
Gegenüber Zement hat Lehm einige sehr positive Eigenschaften die ihn für ökologisches Bauen interessant machen:
* Lehm ist schadstofffrei und hautfreundlich * Zur Aufbereitung und Verarbeitung wird sehr wenig Primärenergie benötigt * Lehm wirkt Luftfeuchte regulierend und ist diffusionsfähig * trockener Lehm wirkt antibakteriell und abweisend gegen Schädlinge * Lehm konserviert Holz * Lehm ist vollständig recycelbar * Lehm speichert Wärme * Lehm bindet Schadstoffe
So schafft Lehm ein für den Menschen angenehmes und gesundes Raumklima. Im Sommer wenn es draußen sehr heiß ist sind die Räume in einem Lehmhaus angenehm kühl. Im Winter wirkt der Lehm Luftfeuchte regulierend und schützt vor zu trockener Raumluft.
Lehmbautechnik Bauweisen
In den meisten Fachwerkhäusern ist Lehm in Form von Ziegeln vermauert oder als Gefach mit gehäckseltem Stroh o.a. vermischt (auch Weller genannt), und dann auf ein Weidengeflecht oder Holzstaken aufgebracht (Klaiben).
Daneben existiert auch die Stampflehm-Bauweise auch Pisee oder Pisé-Bauweise genannt. Hier wird eine erdfeuchte Lehmmischung in eine Schalung eingebracht und verdichtet. (Beispiel: die Kapelle der Versöhnung in Berlin).
Generell sind die Mauern von Lehmgebäuden massiv angelegt.
Lehmbau kann sowohl mit luftgetrockneten Ziegeln als auch im Stampflehmbau durchgeführt werden. Zum Mauern mit Ziegeln wird als Mörtel und zum Verputzen das gleiche Material wie zur Herstellung der Ziegel verwendet. Beim Stampflehmbau ist ein meist hölzerner Rahmen erforderlich.
Manchmal werden Holzbalken in die Lehmwände eingebaut, um Tür- oder Fenstersimse zu erhalten, oder um innen Befestigungen vorzunehmen. Lehmhäuser werden meistens außen mit Holz verschalt, um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen. Zementhaltige Putze haben ein anderes Ausdehnungsverhalten bei Temperaturänderungen als Lehm und sind daher als Fassadenaußenhaut ungeeignet. Außenputze für Gefache von Lehmwänden enthalten Ziegelmehl, Kalk und nur geringe Mengen von Zement.
Neuerdings sind in Europa industriell gefertigte Lehmbausteine, unterschiedlicher Formate, Lehmwandplatten, zum Teil mit Nut und Feder, und Lehmputze für den Innenausbau erhältlich. Temperaturregulierung
Aufgrund der hohen spezifischen Wärmekapazität sind Lehmwände in der Lage Temperaturunterschiede auszugleichen. In warmen Regionen sorgen deshalb dicke Wände für ein angenehmes Innenklima.
Dämmung
Lehm ist ein guter Wärmeleiter. Durch Beimischung kann die Wärmeleitfähigkeit herabgesetzt werden (Leichtlehm). In kälteren Regionen sollte eine Wärmedämmung wie üblich an der Außenwand angebracht sein.
konstruktiver Feuchtigkeitsschutz
Durch Nässe wird ein Lehmbau schnell beschädigt, oberflächliche Feuchtigkeit dagegen richtet keinen Schaden an. Daher ist es in nassen Klimaten erforderlich, die Außenwände durch geeignete Schalung aus Holz oder entsprechende Dachüberstände zu schützen und für Drainage des umgebenden Geländes zu sorgen. Lehmwände sollten stets eine Steinschicht oberhalb des Erdreichs mit aufliegender Trennlage besitzen, um nicht Nässe aus dem Boden ziehen zu können.
In trockenen Gebieten sind Lehmgebäude sehr dauerhaft. Sie sind traditionell im mittleren Osten, in Nordafrika, in Spanien (Mudéjares-Architektur), bei den Pueblo-bauenden Indianern Nordamerikas und in den Anden in Gebrauch.
Quelle: wikipedia.de
Ziegelstein
 Seit nunmehr 10 Jahren verarbeite ich historische (d.h. ehemals vermauerte, z.T. bis zu 400 Jahre alte) Ziegelsteine zu hochwertigen individuellen Fußbodenbelägen. Dabei werden die Steine so bearbeitet, daß eine sonst so nicht sichtbare Struktur zum Vorschein kommt.
Verschiedene aufgesägte Ziegelsteine Die jeweils einzigartigen Muster machen jeden Stein zum Unikat.
Naturstein

Die Gewinnung und Verarbeitung von Naturstein ist meist ein sehr energieaufwändiger Prozess. Die bei der Verarbeitung anfallenden Reststücke werden zumeist nochmals aufwändig entsorgt. Ich beziehe daher den Naturstein, den ich zu Mosaiken verarbeite, aus möglichst europäischen Abbaugebieten, um ihn einer weiteren Verwendung zuzuführen.
| |